Schüco Technologiezentrum

Schüco-Technologiezentrum

Auftrags-, Ressourcen- und Informationsmanagement

Nahezu alle relevanten Prüfverfahren für Fenster-, Tür-, Fassaden- sowie Solartechnik, aber auch für objektspezifische Systeme an. Pro Jahr finden hier rund 1200 Prüfungen statt. Die Prüfmusterpalette ist breit gefächert. Sie reicht von der Großfassade über die gesamte Palette von Türen und Fenstern bis hin zu Beschlags- sowie Zubehörteilen und Solarkomponenten. Die Aufträge kommen aus der Unternehmensgruppe und von externen Kunden. Der Prototypenbau für die Schüco-Entwicklungsabteilungen rundet das Aufgabenspektrum ab.

Die Schüco International KG ist weltweit führend bei Aluminium-, Solar-, Stahl- und Kunststoffsystemen für innovative Gebäudehüllen. Mit über 5.000 Mitarbeitern und 12.000 Partnerunternehmen in mehr als 75 Ländern bietet das Unternehmen modernste Fenster- und Fassadentechnologie, effiziente Solarlösungen und individuelle Beratung für Architekten, Planer, Investoren und Bauherren. Schüco steht für Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit. Dies gilt in besonderer Weise auch für das Technologiezentrum (TZ), Europas größtes Prüflabor für Fenster und Fassaden mit Sitz in Bielefeld. Dieses ging aus einem „Mechaniklabor“ hervor, das 1967 aufgebaut wurde, um spezifische Optimierungs-potentiale der Produkte herauszuarbeiten und in die Systementwicklung zurück zu integrieren. Hier wurden mechanische Zustände, denen Fenster oder Türen ausgesetzt sein können, Dauergebrauchstauglichkeiten und Gewalteinwirkungen simuliert und Funktionsprüfungen durchgeführt. Parallel zu den Anforderungen und normativen Vorgaben an Fenster, Türen und Fassaden wuchsen im Laufe der Jahre auch Bandbreite und Kompetenz der Prüftechnik sowie die Zahl und Spezialisierung der verschiedenen Prüfstände. Gefragt sind jetzt auch Dichtigkeiten, U-Werte (früher k-Werte), Oberflächen- und werkstoffspezifische Materialprüfungen, Korrosionsuntersuchungen oder statische Prüfungen. Dazu kamen Umweltsimulationen mit Kälte, Wärme, Feuchte oder UV Strahlung, bauakustische und sicherheitstechnische Prüfungen wie Einbruch- und Durchschusshemmung sowie Brandschutz. Auch das Bauen und Prüfen von Prototypen nach internen Vorgaben sowie Prüfungen an Großfassaden oder Sonderkonstruktionen gehören seit Jahrzehnten zum Spektrum des Technologiezentrums. Die prüftechnischen und organisatorischen Kompetenzen der heute 36 Mitarbeiter sind exzellent.

„Die Software ermöglicht uns eine durchgängige, transparente Organisation.“

Karl-Heinz Welk, Leiter Technologiezentrum, Schüco International KG, Bielefeld

Die Ausgangssituation

Um für alle Beteiligten Transparenz, Nachvollziehbarkeit oder auch Korrekturmöglichkeiten zu gewährleisten, müssen Ablauf und Ergebnisse von Prüfungen dokumentiert werden. Im Schüco-TZ hatte sich diese Erkenntnis bereits Anfang der 1970er Jahre durchgesetzt. Nicht zuletzt, weil die Prüfungen und Berichtefür die verschiedenen Bereiche und Produkte immer mehr und vielschichtiger wurden, wurden alle Aufträge und Untersuchungsberichte bis 1994/95 in einer Excel Datenbank verwaltet. Bis diese an ihre Grenzen stieß. Die Gelegenheit zum Umstieg ergab sich zwei Jahre nach der ISO-9001-Zertifizierung des Gesamtunter-nehmens. In Eigenregie wurde ein prüflaborspezifisches Qualitätsmanagement-System (Access-Datenbank) mit Eingabetool für die technischen Entwickler auf-, über zwei Jahre mit großem Engagement ausgebaut und optimiert. Knapp zehn Jahre später waren noch mehr Flexibilität und die Möglichkeit, die Prozesse noch produktionsnäher abzubilden, gefragt. Was idealerweise in einem kombinierten Auftrags- und Informationsmanagementtool vereint werden sollte, um neue Prüfungsarten zu implementieren und diese flexibel mit Kapazitäts- und Terminplanung, Prüfmittelüberwachung, Kalibrierung und Wartung zu verbinden. Organisation, Dienstleistungsqualität und das nachhaltige Arbeiten im Technologiezentrum sollten weiter verbessert werden. Nachdem sich ein derart spezifisches System mit SAP nicht realisieren ließ, war Karl-Heinz Welk, der Leiter des Technologiezentrums, mehr denn je davon überzeugt: „Wir brauchen eine Software, die auf Labore zugeschnitten ist.“ Dann war es nur noch ein kleiner Schritt bis zur Entscheidung, sich die Kompetenz als Prüflabor hinsichtlich Personal, Einrichtungen und Organisation auch von unabhängiger Seite bestätigen zu lassen. Im Jahr 2004 wurde das Thema Akkreditierung konkret.


Die Lösung

Beim Erfahrungsaustausch mit einem freien Prüflabor stieß man schließlich auf die Labormanagementsyteme von dacore. „Das waren genau die Funktionalitäten, die wir uns vorgestellt hatten. Wir sind – als völlig neue Branche - auf eine Firma gestoßen, die uns Laborleute wirklich verstanden hat.“, sagt Welk. 2005, im gleichen Jahr, in dem es nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert wurde, begann das Technologiezentrum mit der Einführung der Labormanagementsoftware von dacore, die in Bielefeld TZ-AMIS heißt. „Natürlich war da noch Vieles auf uns anzupassen, auf beiden Seiten gab es große Lerneffekte. Rückwirkend betrachtet ist es trotzdem sehr schnell gegangen, bis wir genau die Lösung hatten, die hier im Haus zu einer hohen Akzeptanz geführt und die uns einen massiven Schritt nach vorne gebracht hat.“  Zu den Funktionen gehören das Online-Auftragsmanagement für interne Auftraggeber via TZ-AMIS Webbox, die Termin-, Ressourcen- und Kapazitätsplanung. Um den Workflow für die Prüfmuster weiter zu professionalisieren, wurde das System in 2009 um ein Modul für Lagermanagement ergänzt.

Vorteile und Ausblick

Die Software kombiniert Auftragsmanagement und Ressourcenverwaltung. Sie macht die Kapazitätsplanung transparent, Prüfstände- und -mittel lassen sich damit gut koordinieren. Was bei der erforderlichen Flexibilität in allen Abläufen essentiell ist. Karl-Heinz Welk: „Ohne das System würden wir schnell den Überblick verlieren.“ Die Kombination von Auftragsmanagement und Ressourcenplanung wirkt sich positiv auf die Qualität, Effizienz und Arbeitssicherheit aus, „nicht zuletzt durch die zeitliche Entzerrung“. Und so lässt sich auch der Druck auf Mitarbeiter und Kunden reduzieren: „Das geht nur mit dem System und dem Zusammenspiel aller Kräfte hier.“ Während die Prüfmittelüberwachung des Technologiezentrums anfangs noch mit dem System des Konzerns zusammen unter SAP anlief, stieg man in 2005, auch auf Grund der Akkreditierung komplett mit allen Geräten, Prüfständen und Prüfmitteln auf die optimierte laborspezifische Prüfmittelüberwachung im Auftragsmanagementsystem von dacore um. Die „Schnittstellen“ zur Unternehmensdatenbasis unter SAP erfolgen über Filetransfer, die Daten werden nicht zurückgespielt. Über SAP werden nur noch Personal-, Kunden- und Lieferantendaten zur Verfügung gestellt. Daten, die an SAP übergeben werden sollen, werden monatlich manuell eingespielt. Alle anderen Leistungen werden ausschließlich in TZ-AMIS abgewickelt. Den hohen Anspruch, den das Technologiezentrum, das auch  Kalibrierungen durchführt, an sich hat, hat es auch an seine Software. Diese wird kontinuierlich auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, in Kürze soll die Webbox komplett überarbeitet werden.

dacore Dienstleistungen und technische Basis

  • Analyse der Anforderungen, Lastenhefterstellung
  • Entwicklung der Individualsoftware TZ-AMIS mit „Webbox“ für internes Online-Auftragsmanagement
  • Diverse SAP-Schnittstellen
  • Client-Server Lösung mit Oracle Datenbank
  • Installation, Einführung, technischer Support